Deutschland: Kampagne für die Integration von Lernenden mit Migrationshintergrund

Jeder fünfte Auszubildende beim Land Berlin mit Migrationshintergrund. Das ergab eine Abfrage der Kampagne „Berlin braucht dich!“. Der Anteil der Auszubildenden mit Migrationshintergrund im Öffentlichen Dienst des Landes Berlin hat sich in den vergangenen drei Jahren mehr als verdoppelt.

Ziel der vom Berliner Integrationsbeauftragten gesteuerten Kampagne „Berlin braucht dich!“ ist es, bis zum Jahr 2013 im Öffentlichen Dienst eine Ausbildungsquote junger Migrantinnen und Migranten von 25 Prozent zu erreichen. Seit einem Jahr beteiligen sich auch die Berliner Betriebe mit Landesbeteiligung an der Kampagne.

Fast jeder fünfte Azubi im Öffentlichen Dienst von Berlin hat einen Migrationshintergrund. Damit hat sich der Anteil der Auszubildenden mit Migrationshintergrund im Öffentlichen Dienst in den vergangenen drei Jahren mehr als verdoppelt. Waren es im Jahr 2006 noch 8,6 Prozent, so stieg ihr Anteil bis 2009 auf 19,5 Prozent. Von etwa 650 neu eingestellten Auszubildenden kamen damit im Jahr 2009 125 Auszubildende aus Einwandererfamilien.
 
Integrationssenatorin Carola Bluhm: „Das Land Berlin kann stolz sein auf diese Zahlen. Sie zeigen, dass in den Verwaltungen ein Umdenken eingesetzt hat. Wir brauchen junge Migrantinnen und Migranten in unseren Verwaltungen – mit allen Kompetenzen, die sie mitbringen. Die Kampagne setzt ein klares Zeichen für gleiche Chancen auf dem Arbeitsmarkt und für eine höhere Ausbildungsquote unter jugendlichen Migrantinnen und Migranten." 
 
Für sie ist der Erfolg auch das Ergebnis der langfristigen und engen Zusammenarbeit zwischen Schulen, Betrieben und öffentlicher Verwaltung. Bei der Berliner Polizei führten die guten Erfahrungen mit Polizeianwärtern nicht-deutscher Herkunft zu einem besonders hohen Anstieg von 10,7 Prozent im Jahr 2008 auf 19,7 Prozent im Jahr 2009. Die Berliner Innenverwaltung erreichte im Jahr 2009 sogar das Ziel „25 Prozent in Ausbildung“; in den drei vorangehenden Jahren konnte hier bei den Neueinstellungen bereits ein Migrantenanteil von über 20 Prozent erreicht werden. Noch höher liegt der Anteil in den Bezirksämtern: Friedrichshain-Kreuzberg (52,2 Prozent), Reinickendorf (33,3,Prozent), Tempelhof-Schöneberg (29,4 Prozent), Pankow (25,0 Prozent), und Neukölln (24,1 Prozent).
 
Ein weiterer Kampagnen-Baustein ist ein erstes Schnupperpraktikum, das von den Betrieben und Schulen gemeinsam entwickelt wurde und vom 21. bis 25. Juni 2010 erstmals bei den Berliner Wasserbetrieben durchgeführt wurde. Teilnehmer/innen sind Schüler/innen der Carl-von-Ossietzky-Oberschule (Kreuzberg) und der Elisabeth-Oberschule (Charlottenburg).

Auf der Webpräsenz berlin-braucht-dich.de  wurde inzwischen ein flott gemachter Film veröffentlicht, der Schüler/innen, Lehrer/innen und Multiplikatoren/innen über Ausbildungsmöglichkeiten beim Land Berlin informieren soll.  Der Streifen richtet sich an Jugendliche mit Migrationshintergrund, die vor der Berufsfindung stehen. Sie finden Antworten auf Fragen wie „Warum sollte ich eine Ausbildung machen?“ „Welche Ausbildungen kann ich beim Öffentlichen Dienst des Landes und des Bundes in Berlin machen?“ „Was für Möglichkeiten habe ich bei den Betrieben mit Landesbeteiligung?“ „Und wie packe ich die Bewerbung am besten an?“  
 
Um die Hemmschwelle vor der ersten Bewerbung, ersten Vorstellungsgespräch oder dem ersten Ausbildungstag abzubauen, sind Kurzportraits von Auszubildenden auf der Plattform zu finden. Jugendliche können diese Azubis mit Migrationshintergrund, die es in eine Ausbildung geschafft haben, kontaktieren und sich über ihre Erfahrungen austauschen. Ein Job-Newsletter informiert die Jugendlichen über offene Ausbildungsplätze. Hinzu kommen Bewerbungstipps, wichtige Links und Infos zu Einrichtungen die Hilfestellung bieten können.
 
Erweitert wird die Kampagne durch einen Aufruf zur Lehrerausbildung mit ausführlichen Informationen. Berlin braucht Lehrer/innen mit Migrationshintergrund. Heute stammen nur etwa fünf Prozent der Lehrer/innen in Deutschland aus Zuwandererfamilien. Das soll sich ändern. Denn Lehrer/innen mit Migrationshintergrund haben spezielle Qualitäten: Sie können besser auf die Probleme dieser Schüler/innen und auf ihren kulturellen Hintergrund besser eingehen. Sicher können sie sich besser in ihre Schüler/innen mit Migrationshintergrund hineinversetzen, ihre Bedürfnisse besser verstehen und ihre Fähigkeiten stärker fördern. Für viele von ihnen – aber auch für ihre deutschen Mitschüler/innen – können sie ein Vorbild sein. 
 
„Die Kampagne "Berlin braucht dich!" ist eine Initiative des Berliner Integrationsbeauftragten und wird von BQN Berlin  koordiniert, dem Beruflichen Qualifizierungsnetzwerk für Migrantinnen und Migranten in Berlin. BQN Berlin ist ein integrationspolitisches Projekt zur strukturellen Verbesserung der Situation junger Migrantinnen und Migranten im Übergang Schule–Beruf.“

 

Weitere Informationen

Berlin braucht dich!
http://www.berlin-braucht-dich.de/

Kontakt:
BQN Berlin (Berufliches Qualifizierungsnetzwerk für Migrantinnen und Migranten)
Alte Jakobstr. 85-86
10179 Berlin

Telefon   030/275 90 87 11
info@berlin-braucht-dich.de

Quelle: http://www.foraus.de/html/2808.php

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