Deutschland: Kampagne für die Integration von Lernenden mit Migrationshintergrund
Jeder fünfte Auszubildende beim Land Berlin mit Migrationshintergrund. Das ergab eine Abfrage der Kampagne „Berlin braucht dich!“. Der Anteil der Auszubildenden mit Migrationshintergrund im Öffentlichen Dienst des Landes Berlin hat sich in den vergangenen drei Jahren mehr als verdoppelt.
Fast
jeder fünfte Azubi im Öffentlichen Dienst von Berlin hat einen
Migrationshintergrund. Damit hat sich der Anteil der Auszubildenden mit
Migrationshintergrund im Öffentlichen Dienst in den vergangenen drei
Jahren mehr als verdoppelt. Waren es im Jahr 2006 noch 8,6 Prozent, so
stieg ihr Anteil bis 2009 auf 19,5 Prozent. Von etwa 650 neu
eingestellten Auszubildenden kamen damit im Jahr 2009 125 Auszubildende
aus Einwandererfamilien.
Integrationssenatorin Carola Bluhm: „Das Land Berlin
kann stolz sein auf diese Zahlen. Sie zeigen, dass in den Verwaltungen
ein Umdenken eingesetzt hat. Wir brauchen junge Migrantinnen und
Migranten in unseren Verwaltungen – mit allen Kompetenzen, die sie
mitbringen. Die Kampagne setzt ein klares Zeichen für gleiche Chancen
auf dem Arbeitsmarkt und für eine höhere Ausbildungsquote unter
jugendlichen Migrantinnen und Migranten."
Für sie ist der Erfolg auch das Ergebnis der
langfristigen und engen Zusammenarbeit zwischen Schulen, Betrieben und
öffentlicher Verwaltung. Bei der Berliner Polizei führten die guten
Erfahrungen mit Polizeianwärtern nicht-deutscher Herkunft zu einem
besonders hohen Anstieg von 10,7 Prozent im Jahr 2008 auf 19,7 Prozent
im Jahr 2009. Die Berliner Innenverwaltung erreichte im Jahr 2009 sogar
das Ziel „25 Prozent in Ausbildung“; in den drei vorangehenden Jahren
konnte hier bei den Neueinstellungen bereits ein Migrantenanteil von
über 20 Prozent erreicht werden. Noch höher liegt der Anteil in den
Bezirksämtern: Friedrichshain-Kreuzberg (52,2 Prozent), Reinickendorf
(33,3,Prozent), Tempelhof-Schöneberg (29,4 Prozent), Pankow (25,0
Prozent), und Neukölln (24,1 Prozent).
Ein weiterer Kampagnen-Baustein ist ein erstes
Schnupperpraktikum, das von den Betrieben und Schulen gemeinsam
entwickelt wurde und vom 21. bis 25. Juni 2010 erstmals bei den Berliner
Wasserbetrieben durchgeführt wurde. Teilnehmer/innen sind Schüler/innen
der Carl-von-Ossietzky-Oberschule (Kreuzberg) und der
Elisabeth-Oberschule (Charlottenburg).
Auf der Webpräsenz berlin-braucht-dich.de
wurde inzwischen ein flott gemachter Film veröffentlicht, der
Schüler/innen, Lehrer/innen und Multiplikatoren/innen über
Ausbildungsmöglichkeiten beim Land Berlin informieren soll. Der
Streifen richtet sich an Jugendliche mit Migrationshintergrund, die vor
der Berufsfindung stehen. Sie finden Antworten auf Fragen wie „Warum
sollte ich eine Ausbildung machen?“ „Welche Ausbildungen kann ich beim
Öffentlichen Dienst des Landes und des Bundes in Berlin machen?“ „Was
für Möglichkeiten habe ich bei den Betrieben mit Landesbeteiligung?“
„Und wie packe ich die Bewerbung am besten an?“
Um
die Hemmschwelle vor der ersten Bewerbung, ersten Vorstellungsgespräch
oder dem ersten Ausbildungstag abzubauen, sind Kurzportraits von
Auszubildenden auf der Plattform zu finden. Jugendliche können diese
Azubis mit Migrationshintergrund, die es in eine Ausbildung geschafft
haben, kontaktieren und sich über ihre Erfahrungen austauschen. Ein
Job-Newsletter informiert die Jugendlichen über offene
Ausbildungsplätze. Hinzu kommen Bewerbungstipps, wichtige Links und
Infos zu Einrichtungen die Hilfestellung bieten können.
Erweitert wird die Kampagne durch einen Aufruf zur
Lehrerausbildung mit ausführlichen Informationen. Berlin braucht
Lehrer/innen mit Migrationshintergrund. Heute stammen nur etwa fünf
Prozent der Lehrer/innen in Deutschland aus Zuwandererfamilien. Das soll
sich ändern. Denn Lehrer/innen mit Migrationshintergrund haben
spezielle Qualitäten: Sie können besser auf die Probleme dieser
Schüler/innen und auf ihren kulturellen Hintergrund besser eingehen.
Sicher können sie sich besser in ihre Schüler/innen mit
Migrationshintergrund hineinversetzen, ihre Bedürfnisse besser verstehen
und ihre Fähigkeiten stärker fördern. Für viele von ihnen – aber auch
für ihre deutschen Mitschüler/innen – können sie ein Vorbild sein.
„Die Kampagne "Berlin braucht dich!" ist eine Initiative des Berliner Integrationsbeauftragten und wird von BQN Berlin
koordiniert, dem Beruflichen Qualifizierungsnetzwerk für Migrantinnen
und Migranten in Berlin. BQN Berlin ist ein integrationspolitisches
Projekt zur strukturellen Verbesserung der Situation junger Migrantinnen
und Migranten im Übergang Schule–Beruf.“
Weitere Informationen
Berlin braucht dich!
http://www.berlin-braucht-dich.de/
Kontakt:
BQN Berlin (Berufliches Qualifizierungsnetzwerk für Migrantinnen und Migranten)
Alte Jakobstr. 85-86
10179 Berlin
Telefon 030/275 90 87 11
info@berlin-braucht-dich.de
Quelle: http://www.foraus.de/html/2808.php