Lehrvertragsauflösungen - furchtbar oder fruchtbar?
Die SGAB veranstaltete zu diesem Thema am Mittwoch, den 27. Januar 2010 im Volkshaus in Zürich eine Tagung.
Die grosse Mehrheit der Lernenden beendet ihre Berufslehre in der von der Berufsbildungsverordnung vorgesehenen Zeitdauer. Ca. 20% der Lehrverträge werden aufgelöst - eine Auflösung ist jedoch nicht mit einem Lehrabbruch gleichzusetzen. Ca. 75% der Lernenden setzen die Ausbildung in einem anderen Lehrbetrieb oder einem anderen Beruf fort. Somit ist eine Lehrvertragsauflösung nicht immer negativ besetzt, sondern gleicht eher einer Neuorientierung. Deswegen sollte neben weiteren Anstrengungen, die Anzahl der Lehrvertragsauflösungen zu reduzieren, auch versucht werden, die betroffenen Jugendlichen zu unterstützen. Weiter sind nach Möglichkeiten zu suchen, die Nachteile von Vertragsauflösungen für die Betriebe zu verringern. Ca. ein Viertel der Lernenden haben jedoch auch über mehrere Jahre nach der Lehrvertragsauflösung keine neue berufliche Grundbildung, Anlehre oder angemeinbildende Schule begonnen, die zu einem Sek II-Abschluss führt. Diese Zahl muss reduziert werden, die betroffenen Jugendlichen müssen schnellstmöglich "aufgefangen" und in eine Ausbildung zurückgeführt werden.
Neben klassischen Inputreferaten von Berufsbildungsforschenden, Berufsbildnern und fachverständigen Personen von Berufsbildungsämtern aus der gesamten deutschsprachigen Schweiz, wurde auch ein neues innovatives Tagungskonzept umgesetzt.
Der Podcast zur Tagung kann hier angesehen und angehört werden.