Das Leading House für Bildungsökonomie setzt sich in seinen Forschungsvorhaben mit bildungsökonomischen Fragen auseinander, die die drei Akteure Lernender, Unternehmen und Staat betrachten. Zunächst stehen dabei die Unternehmen im Fokus der Forschungen da diese quasi die notwendige Bedingung für das Funktionieren des Lehrstellenmarktes und des Marktes für berufliche Bildung darstellen.
Das Leading house besteht aus mehreren Einzelprojekten:
Berufsbildung und Unternehmenserfolg / Produktivitätseffekte
Das Projekt „Berufsbildung und Unternehmenserfolg“ analysiert die Auswirkungen beruflicher Erstausbildung auf die Produktivität der Betriebe. Diese Grundlage erlaubt Aussagen über die notwendigen Voraussetzungen, die ein genügend grosses Angebot an Lehrstellen garantieren, das sowohl den Bedürfnissen der Wirtschaft als auch den qualitativen Ansprüchen der potentiellen Lernenden entspricht.
Qualität der Lehrlinge und Auswirkungen auf die Nettokosten der Ausbildung aus Sicht der Betriebe
Es wird der Frage nachgegangen, welche Auswirkung die Qualität der Lehrlinge auf die Nettokosten der Ausbildung und damit auf die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen hat.
Regionale Disparitäten in der Lehrlingsnachfrage
Das regionale wirtschaftliche Umfeld einer Firma kann einen signifikanten Einfluss auf die Bildungsbereitschaft (betriebliches Angebot von Aus- und Weiterbildung) einer Firma haben. Das Projekt untersucht die Auswirkung der regionalen Wirtschaftsstruktur auf das Angebot von Lehrstellen.
Ausbildungsabbrecher: Ökonomische Analysen der Ursachen und Konsequenzen
Das Projekt „Ausbildungsabbrecher“ nimmt eine ökonomische Analyse der Ursachen und der Konsequenzen von Ausbildungsabbrüchen auf betrieblicher Seite wie auch auf Seiten der Lehrlinge vor.
Verwertbarkeit von Aus- und Weiterbildung im Verlaufe des Erwerbslebens
Das Projekt untersucht, welche Wissenskomponenten und Kompetenzen Beschäftigte mit unterschiedlichen Bildungsabschlüssen beherrschen und welche davon aktuell am Arbeitsplatz benötigt werden bzw. wo Defizite im Vergleich zu den Anforderungen des Arbeitsplatzes existieren.
Analyse der staatlichen Bildungsausgaben
Das Projekt analysiert in einem ersten Schritt die Inputdaten und wendet Tests auf Unterschiede der Ausgaben pro Lehrling sowie Analysen der Kostenverläufe über die Zeit an. In einem zweiten Schritt werden relevante Outputmasse gesucht, mittels derer man Effizienzanalysen durchführen könnte.
Lehrstellenangebote in jungen Unternehmen, insbesondere in innovativen Branchen
Es wird untersucht, wie das Ausbildungsangebot in jungen Unternehmen aussieht, welche Unternehmen ausbilden und welche nicht und vor allem welche Gründe für das eine oder das andere existieren. In diesem Zusammenhang wird auch analysiert, welche institutionellen oder betriebswirtschaftlichen Hürden junge Unternehmen bei der Bereitstellung von Lehrstellenangeboten zu überwinden haben.
Nutzen/Erträge beruflicher Bildung für Individuen
Auf der Basis von Paneldaten werden die individuellen Erträge einer Berufsausbildung untersucht, wobei der Schwerpunkt auf der Ebene der formalen Aus- und Weiterbildungsabschlüsse und der Betrachtung ganzer Bildungsverläufe liegt.