SGAB-Newsletter wird neu lanciert

Transfer. Berufsbildung in Forschung und Praxis

Die SGAB publiziert seit 2016 die wichtigsten Ergebnisse aus der Berufsbildungsforschung der Schweiz. Dank der Unterstützung durch das SBFI erfährt der Newsletter wichtige Neuerungen.

a) Der SGAB-Newsletter heisst künftig «Transfer. Berufsbildung in Forschung und Praxis». Damit wird die digitale Publikation greifbarer und leichter zu zitieren. Mit dem Namen verbindet sich der Anspruch der SGAB, zur Valorisierung der Berufsbildungsforschung in der Praxis beizutragen.

d) Mit Hervé Munz haben wir einen Redaktionsmitarbeiter in der Romandie ins Team genommen. Hervé Munz wird dafür sorgen, dass wir vermehrt Beiträge aus der Romandie anbieten können. Zudem lassen wir mehr Beiträge als bisher ins Französische übersetzen.

c) In Zukunft werden neue Beiträge sofort auf unserer Website publiziert – vorab also zum weiterhin viermonatlich erscheinenden Newsletter. Über ein Profil auf LinkedIn werden wir Follower auf diese Neupublikationen aufmerksam machen. Alternativ können Interessierte auf unserer Website Push-Nachrichten abonnieren, unabhängig von LinkedIn.

d) Wir haben sämtliche bisher erschienenen Beiträge auf dem Bildungsserver edudoc abgelegt; bisher waren dort nur Sammlungen von Texten zu greifen. Sie finden Transfer hier auf edudoc  Durch Kooperationen von edudoc mit deutschen Bildungsservern können die Beiträge auch via FIS Literaturdatenbank etwa auf pedocs oder dem VET Repository gefunden werden.


Sehr geehrte Damen und Herren

Leider mussten wir die Preisverleihung des SGAB-Preises und die Tagung „Zukunft der höheren Berufsbildung… hin zum Professional Master?“ die für den 29. April 2020 im Bundeshaus geplant war, verschieben. Nun können wir das neue Datum bekannt geben:

Freitag, 27. November 2020

Ein neues detailliertes Programm dazu werden wir Ihnen so rasch wie möglich bekannt geben.

Freundliche Grüsse

Michela Seggiani
Geschäftsführerin

 

 

Die jüngsten Beiträge aus «Transfer. Berufsbildung in Forschung und Praxis»

Von
  • Horst Biedermann

Fritz Oser ist am 5. September im Alter von 83 Jahren gestorben. Oser war von 1981 bis zu seiner Emeritierung 2007 ordentlicher Professor für Pädagogik an der Universität Freiburg. «Das grösste Verdienst von Fritz Oser ist es, dass er die universitäre Lehrerbildung revolutioniert und auf eine wissenschaftliche Basis gestellt hat», sagt Franz Baeriswyl, ehemaliger Direktor der Gymnasiallehrerausbildung an der Uni Freiburg. «Er hat die psychologisch basierte Didaktik als eigentliches Fach aufgebaut.» Oser hat als einer der Ersten Grundlagenforschung bezüglich der Lernprozesse bei der Berufsbildung betrieben. So leitete er das Leading House «Professional Mind», das Margrit Stamm mit den Worten würdigte: «Oser und sein Forschungsteam haben einen bedeutsamen Beitrag zur nachhaltigen Berufsbildungsforschung in der Schweiz geleistet und auch international eine enorme Reputation erfahren.» Eine der Publikationen des Leading House ist «Ohne Kompetenz keine Qualität» (Bad Heilbrunn: Klinkhardt 2013). Anlässlich der Beerdigung von Fritz Oser würdigte Horst Biedermann, Rektor der Pädagogischen Hochschule St.Gallen, den Verstorbenen.

Im Gedenken an Fritz Oser
Eine Dissertation untersucht die Klischees der Erwachsenen
Von
  • Guillaume Ruiz

Das Verhältnis von jungen Erwachsenen zum Thema Zeit irritiert die Erwachsenen manchmal, ja bringt sie zur Verzweiflung. Jugendliche scheinen ungeduldiger und weniger organisiert sein als die Älteren. Und sie interessieren sich offenbar nur für das Hier und Jetzt. Ob solche Zuschreibungen stimmen, ist Gegenstand einer neuen Studie. Sie zeigt: Entgegen des Klischees können sich die meisten der befragten Berufslernenden gut organisieren und haben realistische Zukunftspläne. Aber sie geben damit nicht an – obwohl Zeit eine soziale Ausdrucksform ist. Denn Zeit ermöglicht es den Jugendlichen, sich von der Welt der Erwachsenen, die ihnen sehr organisiert vorkommt, zu unterscheiden. Durch ihren Umgang mit der Zeit können Jugendliche signalisieren, dass sie einer anderen sozialen Kategorie angehören, die sich primär durch Freiheit definiert – die Jugend eben.

Wie verplant ist die Jugend?
Luke van Zyl on Unsplash
Integrationsvorlehre (Invol)

Als Reaktion auf den Flüchtlingsstrom in die Schweiz lancierte das Staatssekretariat für Migration 2015 die Integrationsvorlehre (Invol). Sie wird seit 2018 in zwölf recht unterschiedlichen Berufsfeldern angeboten. Die Öffnung der Berufe für Flüchtlinge stiess bei einigen Organisationen der Arbeit (OdA) auf Widerstand, während andere das Programm bereitwillig umsetzten. So bestand die Befürchtung, dass die Invol bestehende Lehrgänge abwerte. Die vorliegende Untersuchung zeigt, wie verschiedene Berufsfelder mit dem Dilemma umgingen, ihr Berufsprestige zu schützen und dennoch Flüchtlinge zu integrieren.

Zwischen Integrationspflicht und Prestigepflege
Foto | SBFI
Forschungsprojekt «Enhanced Inclusive Learning» zum Nachteilsausgleich
Von
  • Annette Krauss
  • Claudia Schellenberg

Mehr als jeder vierte Jugendliche und junge Erwachsene sagt von sich, er sei beeinträchtigt. Die Betroffenen berichten von Schwierigkeiten bei der Bewältigung von schulischen oder betrieblichen Anforderungen und einem reduzierten Wohlbefinden. Ein Teil von ihnen erhält einen Nachteilsausgleich. Er wird vor allem von Personen genutzt, die Lese-Rechtschreibstörungen haben, gefolgt von ADHS und körperlichen Beeinträchtigungen. An den Schulen sind zwar zunehmend Wissen und Erfahrung vorhanden, wie man mit dem Nachteilsausgleich umgeht. Bei der Umsetzung bestehen aber auch Unsicherheiten. Das Projekt «Enhanced Inclusive Learning» zeigt Erfahrungen, Einstellungen und Umsetzungsmöglichkeiten.

Zumeist hilfreich
Foto | Alissa De Leva on Unsplash
SGAB-TAGUNG UND VERLEIHUNG SGAB-PREIS

Die Tagung «Zukunft der höheren Berufsbildung… hin zum Professional Master?» und die Preisverleihung des SGAB-Preises finden neu am Freitag, 27. November 2020 im Bundeshaus in Bern statt. Ein neues detailliertes Programm dazu werden wir Ihnen so rasch wie möglich bekannt geben. Anmelden können Sie sich direkt bei Michela Seggiani. Wir freuen uns, Sie im November im Bundeshaus begrüssen zu dürfen. Sollte sich die Lage bis dahin bezüglich der Pandemie ändern, behalten wir uns allerdings vor, Massnahmen zu Gunsten der Gesundheit zu ergreifen.

Wie die Berufsbildungsforschung in der Praxis ankommt
Foto | Bern Welcome
Projekt «Lebenswelten von Berufslernenden» (LEBEL)
Von
  • Anja Gebhardt
  • Han Sam Quach

Jugendliche von heute finden vor allem zwischenmenschliche Beziehungen wichtig. Dass sie sich politisch engagieren könnten, rangiert praktisch am Ende der Werteskala. Dies ist eines der Ergebnisse einer Befragung der Pädagogischen Hochschule St.Gallen. Wie die Ergebnisse interpretiert werden könnten, zeigen Interviews mit acht erfahrenen Lehrpersonen. Sie setzen sich dabei auch mit der überraschenden Erkenntnis auseinander, dass die Belastung der Lernenden gar nicht so gross ist, wie diese gerne vorgeben. «Weil sie Jammeris sind», sagt eine Lehrperson lächelnd. Andere widersprechen.

Auf dem Rückzug ins Private
Foto | Priscilla Du Preez on unsplash
Emil Wettstein zur Geschichte der Berufsbildung
Von
  • Daniel Fleischmann

So bedeutend die Berufsbildung für die Schweiz ist – eine aktuelle Darstellung ihrer Entstehung fehlt bis heute fast ganz. Nun hat sich der Berufsbildungsfachmann Emil Wettstein in über 600 Dokumente vertieft und mit vielen Fachleuten gesprochen. Seine Geschichte der Schweizer Berufsbildung (hep verlag) ist seit April im Handel. Im Interview erläutert Wettstein, ob man etwas aus dieser Geschichte lernen könnte. Als eine der wichtigsten jüngeren Errungenschaften bezeichnet er die Durchlässigkeit der Bildungsangebote.

Genese des Schweizer Sonderfalls
Foto | SSA, Gretler
Fernunterricht an Berufsfachschulen während Covid-19
Von
  • Martin Berger-Madjdpour
  • Dominic Hassler
  • Roger Keller

Innert kürzester Zeit haben viele Lehrpersonen ihren Unterricht weitgehend digitalisieren und im Fernlernen weiterführen müssen. Das hat einen Innovationsschub ausgelöst, aber die Entwicklung stellt auch die Chancengerechtigkeit in Frage. In einer Befragung bewerten 99 Lehrpersonen vor allem die Interaktion mit der Klasse und die Beziehungsgestaltung als anspruchsvoll. Zudem stelle der Umgang mit digitalen Technologien die kleinere Herausforderung dar als die Didaktik im Fernunterricht. Viele Lehrpersonen gehen davon aus, dass sich ihr Unterricht nachhaltig verändern wird.

Didaktische Herausforderung und möglicher Innovationsschub
Foto | Markus Spiske on Unsplash
Zur Geschichte der Fachmittelschule (FMS)
Von
  • Raffaella Simona Esposito
  • Regula Julia Leemann
  • Christian Imdorf

Die Fachmittelschule (FMS) hat sich trotz zahlreicher Anfechtungen neben den beiden mächtigen Polen der Berufslehre und dem Gymnasium als drittes nachobligatorisches Bildungsangebot etabliert. Die vorliegende Studie untersucht diesen Transformationsprozess mithilfe der Soziologie der Konventionen. Sie zeigt, dass die FMS Kompromisse eingehen musste, um als Bildungsangebot zu bestehen und mit der Fachmaturität als Zugangsweg zu den Fachhochschulen anerkannt zu werden. Zu diesen Kompromissen gehört die Verstärkung des Berufsbezuges und Arbeitswelterfahrung mittels Berufsfeldern und Praktika ins FMS-Curriculum.

Wie die Fachmittelschule um den Fachhochschulzugang rang
Foto | SBFI
Längst nicht alle Betroffenen erhalten Coachings
Von
  • Anne Sophie Ganz
  • Eva Roeren
  • Janine Wieczorek
  • Sergej Wüthrich

Eine von einhundert Personen leidet an einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS). Im Übergang zwischen Schule und Beruf erleben diese Menschen oft grosse Hürden beim Finden einer Lehrstelle, dem Abschluss einer weiterführenden Schule oder dem Berufseinstieg. Eine frühe Diagnose, der Nachteilsausgleich und gezielte Coachings sind Schlüssel für eine gute Unterstützung der Betroffenen. Aber nicht immer sind diese Voraussetzungen gegeben, wie die hohe Anzahl von beanspruchten Brückenangeboten oder Bildungsabbrüchen zeigt. Das führt oft dazu, dass Menschen mit ASS ihr Potenzial nicht nutzen können.

Herausforderungen von Ausbildung und Beruf für Menschen mit Autismus
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Studie «Sichere berufliche Laufbahnen in Zeiten der Unsicherheit?»
Von
  • Annabelle Hofer
  • Daniel Spurk

Berufliche Laufbahnen haben sich stark verändert, Karrieren innerhalb eines Unternehmens vom Berufseinstieg bis zur Pensionierung werden immer seltener. Das schafft Laufbahnunsicherheiten, die die Zufriedenheit, die körperliche und psychische Gesundheit sowie die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen können. Dies zeigt das vom Nationalfonds (SNF) geförderte Projekt «Sichere berufliche Laufbahnen in Zeiten der Unsicherheit?». Im Rahmen der Untersuchung wurde auch ein für den Einsatz in der Laufbahnberatung geeigneter Fragebogen zur Messung von Laufbahnunsicherheit entwickelt und validiert. Der vorliegende Beitrag zeigt, dass die im Rahmen von mehrereren Studien befragten Personen besonders unsicher in Bezug auf ihren Ruhestand sind.

Unsichere Zeiten – unsichere Karrieren?
Foto | Icons8 Team on unsplash
Leitfaden für die Praxis
Von
  • Guri Medici
  • Ivana Igic

Immer mehr Personen verlassen bereits nach wenigen Jahren ihren ursprünglich erlernten Beruf. Diese berufliche Mobilität stellt die Branchen vor die Herausforderung, gut qualifizierte Arbeitnehmende zu halten und bedarfsorientiert weiterzubilden. Eine Studie der ETH und der Universität Bern untersucht, welche Faktoren zu beruflicher Mobilität beitragen und wie der Abwanderung entgegengewirkt werden kann. Die wichtigsten Ergebnisse sind in einen Leitfaden eingeflossen, der sich mit konkreten Empfehlungen an Arbeitgeberinnen und Führungspersonen wendet.

Wie man Mitarbeitende im Beruf hält
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