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Einige Ergebnisse der Forschungen des Leading House LINCA

Jedes Jahr beginnen rund 17'000 Jugendliche eine kaufmännische Grundbildung – das sind jeweils mehr als ein Fünftel aller Lernenden. Das Leading House LINCA hat sich in den letzten sechs Jahren intensiv mit Lehr-Lernprozessen in der kaufmännischen schulischen Bildung befasst. Die Ergebnisse zeigen insgesamt, dass der Unterricht im Unterrichtsbereich Wirtschaft und Gesellschaft an den Berufsfachschulen zu guten Resultaten führt. Dennoch könnten die berufsfachschulischen und betrieblichen Curricula im Hinblick auf die kaufmännische Praxis noch besser aufeinander abgestimmt werden. Zudem sollte das Lehrerhandeln noch intensiver auf die Kognitive Aktivierung und die Konstruktive Unterstützung der Lernenden zielen; allzu oft sind die den Unterricht dominierenden Lehrgespräche noch zu wenig produktiv.

Wie der kaufmännische Unterricht noch besser werden kann
Thesen und Reflexionen

Im Rahmen des Projekts «Berufsabschluss und Berufswechsel für Erwachsene» hat das SBFI zwei Studien durchführen lassen. Sie zeigen, dass zurzeit pro Jahr etwa 2500 Personen, die über 25 Jahre alt sind, erstmals eine berufliche Grundbildung abschliessen. Das sind 42 Prozent aller Abschlüsse von Erwachsenen ab 25 Jahren. Weiter erfährt man viel über die Haltung von mittleren und grösseren Betrieben zur Nachholbildung. Aussagen, wie weit die Erwartungen der Absolvierenden erfüllt werden und wie die Ausbildung im Arbeitsmarkt aufgenommen werden, sind teilweise widersprüchlich und werden zu diskutieren geben.

Berufsabschluss für Erwachsene: Neue Daten – neue Fragen
Forschungsprojekt «Laufbahnen auf Sek II mit Nachteilsausgleich»

In der Schweiz dürften im vergangenen Jahr gegen 1000 Lernende der Sekundarstufe II einen Nachteilsausgleich in Anspruch genommen haben. So vage diese Zahl allerdings noch ist, so unterschiedlich ist auch die Umsetzung der entsprechenden Massnahmen durch die einzelnen Kantone, wie eine Studie der interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH) zeigt. Hier sind zusätzliche Anstrengungen nötig. Dennoch zeigt eine Umfrage bei Betroffenen, dass Massnahmen wie Prüfungserleichterungen tatsächlich die Chancengleichheit fördern.

Der Nachteilsausgleich fördert die Chancengleichheit
Fachkräftemangel und Laufbahnentwicklung bei Fachpersonen Gesundheit und Betreuung

Rund 60% der Fachpersonen Gesundheit EFZ (FaGe) arbeiten rund vier Jahre nach Lehrabschluss in einem anderen Gesundheits- oder Sozialberuf. Vor allem der als gering wahrgenommene Handlungsspielraum, die fehlende Autonomie im Berufsalltag sowie der zu geringe Lohn sind ausschlaggebend für den Wechsel. Demgegenüber bleiben Fachpersonen Betreuung EFZ ihrem Beruf in den ersten Jahren nach dem Lehrabschluss mehrheitlich treu. Zwar fühlen sich in beiden Berufsgruppen über 80% der Befragten unterstützt und mit ihrem Beruf emotional verbunden. Im Gesundheitsbereich stellt sich aber die Frage, ob es gesellschaftlich wünschenswert ist, dass der Beruf FaGe für einen Grossteil der Fachkräfte eine Durchgangsstation ist.

Durchgangsstation statt Traumberuf?
KOF-Forschungsprojekt

Duale Berufsbildungsgänge bereiten die Jugendlichen besser auf den Arbeitsmarkt vor als Allgemeinbildungsgänge. Diese Aussage lässt sich anhand eines internationalen Indikatorensets für die Jugendarbeitsmarktsituation belegen, wie ein Forschungsprojekt der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich zeigt. Damit profitiert die Schweiz von der hohen Relevanz der dualen Berufsbildung in ihrem Bildungssystem. Allerdings deuten die Ergebnisse darauf hin, dass insbesondere der Effekt von schulischen Berufsbildungsgängen von deren Ausgestaltung und Qualität abhängt.

Die duale Berufsbildung bereitet die Jugendlichen besser auf den Arbeitsmarkt vor
Neues Buch im hep verlag

Eigentlich sollte an Maturitätsschulen auch interdisziplinär unterrichtet werden. Während an Berufsmaturitätsschulen mit der interdisziplinären Projektarbeit (IDPA) ein schulisches Gefäss dafür zur Verfügung steht, ist das Anliegen an Gymnasien fast gänzlich unerfüllt. Der Berner Fachdidaktiker Marc Eyer macht in seinem neuen Buch aus dem hep verlag Anregungen, wie Lehrpersonen dennoch interdisziplinär unterrichten können. Und er ermutigt sie, bei den Schulleitungen vorstellig zu werden: Denn interdiziplinärer Unterricht macht in vielerlei Hinsicht Sinn.

Wie man interdisziplinär unterrichtet
EHB-Studien

Lehrpersonen der beruflichen Grundbildung sind wichtige Fachkräfte, die mit ihrem Unterricht zentral zur Qualität des Berufsbildungssystems beitragen. Auch in Zukunft ist es wichtig, motivierte Personen für den Lehrberuf zu gewinnen – und dies in genügender Anzahl. Prognosen des Bundesamts für Statistik über die demographische Entwicklung in der Schweiz sowie über den Lehrkräftebedarf geben Aufschluss darüber, wie sich der Bedarf in Zukunft entwickeln könnte. Präzise Prognosen sind allerdings nicht möglich.

Fachkräftebedarf und Rekrutierung von Lehrpersonen für die Berufsbildung