Transfer. Berufsbildung in Forschung und Praxis

Transfer ist ein digitales Magazin, das Ergebnisse aus der Schweizer Berufsbildungsforschung publiziert. Mit Transfer leistet die Schweizerische Gesellschaft für angewandte Berufsbildungsforschung (SGAB) einen Beitrag zur Valorisierung von Forschungsergebnissen. Sie wird dabei vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation sowie vom hep verlag finanziell unterstützt. Transfer erscheint in deutscher und französischer Sprache. Die Beiträge erscheinen laufend; über ein Portal auf LinkedIn oder den Push-Dienst dieser Website halten informieren wir Sie regelmässig über Neuerscheinungen. Zudem publizieren wir alle vier Monate eine Sammlung der letzten Beiträge in einem Newsletter, den Sie kostenlos abonnieren können.
Neuerungen dank Finanzierung durch das SBFI

Mit Unterstützung des SBFI hat die SGAB diesen Newsletter in den letzten Monaten weiterentwickelt. Wir publizieren nun neue Forschungsergebnisse laufend – etwa alle zwei Wochen. Auf unserer Website können Sie sich anmelden, wenn Sie sich dafür interessieren. Diese rasche Form ergänzt den bewährten Newsletter, den Sie gerade lesen. Zudem erscheinen die Beiträge unter dem Label «Transfer»; mit dem Namen verdeutlichen wir den Anspruch der SGAB, Brücken zwischen der Berufsbildungsforschung und der Praxis zu schlagen. Ausgebaut haben wir zudem die Präsenz in der Westschweiz – mit mehr Übersetzungen und eigenen, kleinen Redaktion. Empfehlen Sie uns weiter – auf LinkedIn sind wir auch präsent!

SGAB-Newsletter heisst jetzt «Transfer»
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27. November: SGAB-Tagung und Verleihung SGAB-Preis

Am 27. November führt die SGAB eine Online-Tagung zum Thema "Zukunft der höheren Berufsbildung – hin zum Professional Master?" durch. An der Tagung referieren Josef Widmer (stv. Direktor SBFI), Christine Davatz-Höchner (Vizedirektorin sgv) und Volker Born (Abteilungsleiter, Zentralverband des Deutschen Handwerks); Born wird über die Einführung der Titel Bachelor Professional und Master Professional in Deutschland sprechen. Eine Podiumsdiskussion schliesst die Veranstaltung ab. Zudem findet im Rahmen des Anlasses auch die feierliche Übergabe des SGAB-Anerkennungspreis für Transfer von Forschung in die Praxis statt. Informationen über das von Prof. Dr. Philipp Gonon moderierte Programm sowie eine nachträgliche Anmeldung für die Online-Tagung finden Sie auf unserer Webseite.

Prominent besetzte Veranstaltung zur Titelfrage Höhere Berufsbildung
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Jonas Probst seit dem 1. Oktober im Amt

Die Schweizerische Gesellschaft für Angewandte Berufsbildungsforschung (SGAB) hat Jonas Probst zum neuen Geschäftsführer ernannt. Probst ist ausgebildeter Bankkaufmann, Psychologe und Laufbahnberater. Der 35-jährige Probst ist durch seine bisherige Tätigkeit in der Arbeitswelt und im Bildungsbereich sehr gut vernetzt. In den letzten Jahren war er im Personalwesen sowie in der Laufbahnberatung tätig. Als Mitgründer eines Startups im Bereich Datenmanagement verfügt er zudem über unternehmerische Erfahrung. Mit Jonas Probst gewinnt die SGAB einen initiativen Geschäftsleiter, zu dessen Aufgaben unter anderem der Ausbau des Netzwerks, die Weiterentwicklung der Kommunikation und die Verantwortung für die jährlichen Tagungen gehören.

Die SGAB hat einen neuen Geschäftsführer
Berufs(feld)didaktik in der Schweiz
Von
  • Prof. Dr. Carmen Baumeler
  • Prof. Dr. Antje Barabasch

Die swissuniversities finanzieren seit einigen Jahren das Leading House für Berufsfelddidaktik, das die Konzeption und Umsetzung von Berufsfelddidaktik in der Schweiz untersucht. Partner sind das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung, die Pädagogischen Hochschulen Luzern, St. Gallen und Zürich sowie die Universität Zürich. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die Ergebnisse. Er zeigt, dass sich in der Schweiz bisher kein einheitliches Konzept einer Berufsfelddidaktik etabliert hat – unter anderem, weil die grundsätzliche Frage, ob es eine solche braucht, von Experten und Expertinnen gegensätzlich beantwortet wird. Im gegenwärtigen institutionellen Kontext der Schweiz ist es darum kaum angebracht, die Entwicklung von berufs(feld)spezifischen Didaktiken für alle Berufe zu fördern – obwohl sie sich in grösseren Berufen etablieren konnten. Die eingeschränkte zeitliche Ausbildung von Berufsschullehrpersonen legt nahe, das Hauptgewicht auf Situationsdidaktik, pädagogisch-didaktische Grundlagen und allgemeine Prinzipien guten Unterrichts in der Berufsbildung zu legen.

Heterogene Landschaft
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Neues Buch im hep verlag: Handlungskompetenzen prüfen
Von
  • Gregor Thurnherr

«Handlungskompetenzorientierung» ist das Leitprinzip allen Lernens in der Berufsbildung. Seine Grundlegung findet es im «Handbuch Verordnungen», das als Ziel der beruflichen Grundbildung die «Aneignung von beruflichen Handlungskompetenzen» definiert. Die Lernenden sollen nicht nur wissen, wie etwas geht; sie sollen es auch können. Aber so einfach das klingt: Die Umsetzung des Paradigmas stellt noch immer hohe Anforderungen an den Unterricht, ganz besonders an das Prüfen. Im hep verlag ist in diesen Wochen ein Buch zu diesem Thema erschienen. Es enthält unter anderem eine «Taxonomie von Handlungskompetenzen», die an die Stelle der Taxonomie von Bloom treten soll.

Vom Wissen zum Können
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Von
  • Horst Biedermann

Fritz Oser ist am 5. September im Alter von 83 Jahren gestorben. Oser war von 1981 bis zu seiner Emeritierung 2007 ordentlicher Professor für Pädagogik an der Universität Freiburg. «Das grösste Verdienst von Fritz Oser ist es, dass er die universitäre Lehrerbildung revolutioniert und auf eine wissenschaftliche Basis gestellt hat», sagt Franz Baeriswyl, ehemaliger Direktor der Gymnasiallehrerausbildung an der Uni Freiburg. «Er hat die psychologisch basierte Didaktik als eigentliches Fach aufgebaut.» Oser hat als einer der Ersten Grundlagenforschung bezüglich der Lernprozesse bei der Berufsbildung betrieben. So leitete er das Leading House «Professional Mind», das Margrit Stamm mit den Worten würdigte: «Oser und sein Forschungsteam haben einen bedeutsamen Beitrag zur nachhaltigen Berufsbildungsforschung in der Schweiz geleistet und auch international eine enorme Reputation erfahren.» Eine der Publikationen des Leading House ist «Ohne Kompetenz keine Qualität» (Bad Heilbrunn: Klinkhardt 2013). Anlässlich der Beerdigung von Fritz Oser würdigte Horst Biedermann, Rektor der Pädagogischen Hochschule St.Gallen, den Verstorbenen.

Im Gedenken an Fritz Oser
Eine Dissertation untersucht die Klischees der Erwachsenen
Von
  • Guillaume Ruiz

Das Verhältnis von jungen Erwachsenen zum Thema Zeit irritiert die Erwachsenen manchmal, ja bringt sie zur Verzweiflung. Jugendliche scheinen ungeduldiger und weniger organisiert sein als die Älteren. Und sie interessieren sich offenbar nur für das Hier und Jetzt. Ob solche Zuschreibungen stimmen, ist Gegenstand einer neuen Studie. Sie zeigt: Entgegen des Klischees können sich die meisten der befragten Berufslernenden gut organisieren und haben realistische Zukunftspläne. Aber sie geben damit nicht an – obwohl Zeit eine soziale Ausdrucksform ist. Denn Zeit ermöglicht es den Jugendlichen, sich von der Welt der Erwachsenen, die ihnen sehr organisiert vorkommt, zu unterscheiden. Durch ihren Umgang mit der Zeit können Jugendliche signalisieren, dass sie einer anderen sozialen Kategorie angehören, die sich primär durch Freiheit definiert – die Jugend eben.

Wie verplant ist die Jugend?
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Integrationsvorlehre (Invol)
Von
  • Annatina Aerne

Als Reaktion auf den Flüchtlingsstrom in die Schweiz lancierte das Staatssekretariat für Migration 2015 die Integrationsvorlehre (Invol). Sie wird seit 2018 in zwölf recht unterschiedlichen Berufsfeldern angeboten. Die Öffnung der Berufe für Flüchtlinge stiess bei einigen Organisationen der Arbeit (OdA) auf Widerstand, während andere das Programm bereitwillig umsetzten. So bestand die Befürchtung, dass die Invol bestehende Lehrgänge abwerte. Die vorliegende Untersuchung zeigt, wie verschiedene Berufsfelder mit dem Dilemma umgingen, ihr Berufsprestige zu schützen und dennoch Flüchtlinge zu integrieren.

Zwischen Integrationspflicht und Prestigepflege
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Forschungsprojekt «Enhanced Inclusive Learning» zum Nachteilsausgleich
Von
  • Annette Krauss
  • Claudia Schellenberg

Mehr als jeder vierte Jugendliche und junge Erwachsene sagt von sich, er sei beeinträchtigt. Die Betroffenen berichten von Schwierigkeiten bei der Bewältigung von schulischen oder betrieblichen Anforderungen und einem reduzierten Wohlbefinden. Ein Teil von ihnen erhält einen Nachteilsausgleich. Er wird vor allem von Personen genutzt, die Lese-Rechtschreibstörungen haben, gefolgt von ADHS und körperlichen Beeinträchtigungen. An den Schulen sind zwar zunehmend Wissen und Erfahrung vorhanden, wie man mit dem Nachteilsausgleich umgeht. Bei der Umsetzung bestehen aber auch Unsicherheiten. Das Projekt «Enhanced Inclusive Learning» zeigt Erfahrungen, Einstellungen und Umsetzungsmöglichkeiten.

Zumeist hilfreich
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Interaktionen im Rahmen der erzieherischen Praxis mit Kleinkindern
Von
  • Marianne Zogmal

In der Elementarpädagogik gilt das Beobachten der Kinder als zentrale berufliche Kompetenz. Der vorliegende Beitrag befasst sich mit dieser wenig sichtbaren Tätigkeit; er basiert auf einem einem vierjährigen Forschungsprojekt, das im Rahmen einer Doktorarbeit in Genfer Kinderbetreuungseinrichtungen durchgeführt wurde. Die Analyse unterschiedlicher Arbeitssituationen verdeutlicht, wie die Beobachtungen und die Interaktionen ineinander übergehen und den Elementarpädagoginnen informelle Lernmöglichkeiten eröffnen. Auf allgemeinerer Ebene illustriert der Artikel, wie ein besseres Verständnis der Beobachtung in Aktion zur Dokumentation der Komplexität der täglichen Praxis pädagogischer Berufe beitragen und theoretische und methodologische Grundlagen zur Entwicklung von Ausbildungsmassnahmen liefern kann. 

Lernen zu beobachten: eine zentrale Kompetenz in der Kindererziehung
Bild | SRF myschool