Newsletter 02/2017

Kooperation SGAB-HEP-Verlag

Der hep-Verlag ist seit seiner Gründung im Jahr 2000 einer der führenden Verlage zur Berufsbildung. Im Verlagsprogramm finden sich Lehr- und Lernmedien, aber auch ein umfangreiches Angebot an Titeln zu Pädagogik und Didaktik. Der hep-Verlag unterstützt 2017 den Newsletter der SGAB mit einem namhaften Beitrag. Zudem offeriert er den SGAB-Mitgliedern einen Rabatt von 15 Prozent auf alle Buchbestellungen. Wenden Sie sich an beatrice.schweighauser@sgab-srfp.ch

Der hep-Verlag ist Sponsor dieses Newsletters
Studie «Positionierung der Höheren Berufsbildung im internationalen Vergleich. Eine vergleichende Analyse mit Fokus auf Höhere Fachschulen»

Die Studiengänge der Höheren Fachschulen können mit dem Niveau der an Fachhochschulen angebotenen Bildungen mithalten. Sie sind auch im internationalen Vergleich konkurrenzfähig. Dies sind Ergebnisse einer Untersuchung des Instituts für Wirtschaftspädagogik St. Gallen (IWP). Die Studie zeigt zudem in vier Szenarien Entwicklungsperspektiven für die Höhere Berufsbildung auf, namentlich in Beziehung zu den Fachhochschulen. Eva Desarzens, Generalsekretärin der Konferenz Höhere Fachschulen (K-HF), nimmt zur Studie und den Szenarien Stellung.

Wie kann sich die Höhere Berufsbildung positionieren?
Regionale Gelegenheitsstrukturen und nachobligatorischer Bildungserwerb in der Deutschschweiz

Der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft, dem besuchten Schultyp auf der Sekundarstufe I und dem nachobligatorischen Bildungserwerb ist hinreichend belegt. Eine Studie zeigt nun für die Schulabgangskohorte 2013, dass die Bildungsaspirationen von Jugendlichen durchaus auch in Zusammenhang mit regionalen Gelegenheitsstrukturen stehen. Ebenso beeinflussen diese auch den tatsächlich eingeschlagenen Bildungsweg auf der Sekundarstufe II.

Gelegenheit macht Bildung
Tagungsbericht

Jedes Jahr erwerben rund 8000 Personen, die über 25 Jahre alt sind, ein Fähigkeitszeugnis. Das ist zu wenig, sind sich die Fachleute einig. Die grosse Mehrheit der Erwachsenen erreichen ihren Berufsabschluss zudem über eine reguläre oder verkürzte berufliche Grundbildung – beides Wege, die wenig flexibel, wenig erwachsenegerecht und relativ teuer sind. Verbesserungen zu erzielen ist allerdings anspruchsvoll und erfordert das Engagement aller Verbundpartner, wie eine gut besuchte, gemeinsame Tagung der SGAB und der Pädagogischen Hochschule Zürich deutlich machte. Wie es gehen könnte, zeigten einige Best Practices, zum Beispiel die modularisierten Ausbildungen am Centre Interrégional de Perfectionnement (CIP) in Tramelan.

Berufsbildung für Erwachsene: Herausforderungen für die Verbundpartner
EHB-Studie

Lehrpersonen, die berufskundlichen Unterricht erteilen, durchlaufen einen spannenden berufsbiografischen Weg: Sie entwickeln sich von Expertinnen in ihrem Fach zu Pädagogen. Dabei tritt ein Paradox auf, wie ein EHB-Forschungsprojekt zeigt. Ausbildung und pädagogische Praxis ermöglichen ihnen einerseits die Verbesserung ihrer Klassenführung; so gewinnen die Lehrpersonen Vertrauen in die eigene Fähigkeit zur Anregung der motivierten Beteiligung der Lernenden. Dieses Selbstvertrauen verführt sie andererseits dazu, die Wichtigkeit der Unterrichtsplanung geringer einschätzen. Statt pädagogischer Überlegungen rücken administrative Vorgaben in den Fokus.

Wie sich berufskundliche Lehrpersonen entwickeln
Tagungsrückblick

Am 29. Oktober 2016 trafen sich rund 170 Fachpersonen zu einer Tagung der interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik zum Berufseinstieg für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf. Die Tagung dokumentierte eine Vielzahl von Aktivitäten zur Verbesserung dieses oft schwierigen Übergangs. Erschwerend ist, dass der Arbeitsmarkt zu wenige Stellen für Menschen mit Einschränkungen bietet. Eines der Tagungsergebnisse: Die interinstitutionelle Zusammenarbeit sollte weiter professionalisiert werden.

«Zwischen Stuhl und Bank» beim Berufseinstieg
Thesen und Reflexionen

Die Berufsmaturität (BM) hat sich seit der Reform der BM-Verordnung 1993 positiv entwickelt. Etwa jeder siebte Lernende, der eine berufliche Grundbildung absolviert, erwirbt auch einen BM-Abschluss. Dennoch konnten nicht alle mit der Reform verbunden Ziele erreicht werden. So laden die interkantonale Volatilität der BM-Quoten, ihre Einflussfaktoren sowie die Reaktion politischer Akteure auf die Schwankungen zum Diskurs ein. Die Autoren des vorliegenden Beitrags plädieren dafür, anstelle von Image-Kampagnen Fragen zur Organisation der BM zu stellen.

Die Berufsmaturitätsquote zwischen Volatilität und Stabilität – eine bildungspolitische Herausforderung
OKB-Symposium 2017 zur Lernortkooperation

Die Zusammenarbeit der drei Lernorte ist eine ständige, anspruchsvolle Aufgabe in der Berufsbildung. Diese Lernortkooperation stand im Zentrum des OKB-Symposiums von Ende 2016. Die Referenten waren sich einig: Noch finden sich nur wenige Beispiele für eine gelungene Lernortkooperation. Josef Widmer, Vizedirektor Staatsekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) sieht die Verantwortung für eine Verbesserung der Situation in der organisatorische Zuständigkeit der Berufsfachschulen. Dieter Euler erkundete in seinem Referat die Frage, was Lernortkooperation denn erschwere. Eine seiner Thesen: Die Berufsbildung funktioniert auch ohne sie. Wir dokumentieren den Vortrag.

Wie aus Vertrautheit Vertrauen wird
Die betrieblichen Bildungsverantwortlichen

Obwohl die betrieblichen Ausbilder und Ausbilderinnen eine zentrale Rolle im dualen Grundbildungssystem spielen, insbesondere bei der beruflichen Sozialisierung der Lernenden, wurde diese Funktion noch wenig untersucht. Eine Studie des EHB zeigt nun, dass die Ausbildenden mit zwei Herausforderungen konfrontiert sind. Erstens stehen sie in ihrer Doppelfunktion – als Ausbildende und Mitarbeitende – im Spannungsfeld zwischen Produktion und Ausbildung. Zweitens erweist sich die Anerkennung ihrer Arbeit als Ausbilder/in als zentral. Diese oft auf formeller Ebene fehlende Anerkennung läuft dann über die Rückmeldungen, aber auch über die Fortschritte der Lernenden.

Eine unterschätzte Funktion in der dualen Bildung
Berufsintegrative Ausbildungskompetenzen in Lehrbetrieben des ersten Arbeitsmarkts (AgiL)

Es gibt viele Lehrbetriebe, die Jugendliche trotz Lernschwierigkeiten oder auffälligem Verhalten ausbilden. Im Rahmen der Studie AgiL wurde untersucht, welche Voraussetzungen betriebliche Bildungsverantwortliche dafür erfüllen müssen. Dazu gehören Aspekte wie realistische Erwartungen an die Auszubildenden, strukturierte Arbeitsabläufe oder eine wohlwollende Beziehungsgestaltung.

«Auch mal eine Chance geben»
Dossier von Margrit Stamm

Zwei von drei Schweizer Medaillengewinnerinnen und -gewinnern an Berufswettbewerben kommen aus Familien, in denen die Väter in einem Beruf arbeiten, die einer einfachen Qualifikationsebene zugeordnet wird. Und 56% haben die Sekundarschule nur auf einem mittleren oder gar tiefen Niveau abgeschlossen. Diese Erkenntnisse sind in einer Dokumentation von Margrit Stammzu finden. Ihre Basis bildet unter anderem eine Befragung von rund 200 Berufsleuten, die an den SwissSkills, den EuroSkills oder an den WorldSkills teilgenommen haben. Stamm macht zudem sechs Empfehlungen für eine verbesserte Talentförderung. So solle die Berufsbildung Exzellenz noch viel systematischer – und damit chancengerechter – als heute betreiben. Dazu gehöre auch eine bessere Förderung der Selbstkompetenzen; diese sollte die gleiche Bedeutung bekommen wie die Förderung der Teamfähigkeit. Dokumentation

Wie Lernende zu Weltmeistern werden