Newsletter 2/2020

SGAB-TAGUNG UND VERLEIHUNG SGAB-PREIS

Die Tagung «Zukunft der höheren Berufsbildung… hin zum Professional Master?» und die Preisverleihung des SGAB-Preises finden neu am Freitag, 27. November 2020 im Bundeshaus in Bern statt. Ein neues detailliertes Programm dazu werden wir Ihnen so rasch wie möglich bekannt geben. Anmelden können Sie sich direkt bei Michela Seggiani. Wir freuen uns, Sie im November im Bundeshaus begrüssen zu dürfen. Sollte sich die Lage bis dahin bezüglich der Pandemie ändern, behalten wir uns allerdings vor, Massnahmen zu Gunsten der Gesundheit zu ergreifen.

Wie die Berufsbildungsforschung in der Praxis ankommt
Foto | Bern Welcome
Projekt «Lebenswelten von Berufslernenden» (LEBEL)
Von
  • Anja Gebhardt
  • Han Sam Quach

Jugendliche von heute finden vor allem zwischenmenschliche Beziehungen wichtig. Dass sie sich politisch engagieren könnten, rangiert praktisch am Ende der Werteskala. Dies ist eines der Ergebnisse einer Befragung der Pädagogischen Hochschule St.Gallen. Wie die Ergebnisse interpretiert werden könnten, zeigen Interviews mit acht erfahrenen Lehrpersonen. Sie setzen sich dabei auch mit der überraschenden Erkenntnis auseinander, dass die Belastung der Lernenden gar nicht so gross ist, wie diese gerne vorgeben. «Weil sie Jammeris sind», sagt eine Lehrperson lächelnd. Andere widersprechen.

Auf dem Rückzug ins Private
Foto | Priscilla Du Preez on unsplash
Emil Wettstein zur Geschichte der Berufsbildung
Von
  • Daniel Fleischmann

So bedeutend die Berufsbildung für die Schweiz ist – eine aktuelle Darstellung ihrer Entstehung fehlt bis heute fast ganz. Nun hat sich der Berufsbildungsfachmann Emil Wettstein in über 600 Dokumente vertieft und mit vielen Fachleuten gesprochen. Seine Geschichte der Schweizer Berufsbildung (hep verlag) ist seit April im Handel. Im Interview erläutert Wettstein, ob man etwas aus dieser Geschichte lernen könnte. Als eine der wichtigsten jüngeren Errungenschaften bezeichnet er die Durchlässigkeit der Bildungsangebote.

Genese des Schweizer Sonderfalls
Foto | SSA, Gretler
Fernunterricht an Berufsfachschulen während Covid-19
Von
  • Martin Berger-Madjdpour
  • Dominic Hassler
  • Roger Keller

Innert kürzester Zeit haben viele Lehrpersonen ihren Unterricht weitgehend digitalisieren und im Fernlernen weiterführen müssen. Das hat einen Innovationsschub ausgelöst, aber die Entwicklung stellt auch die Chancengerechtigkeit in Frage. In einer Befragung bewerten 99 Lehrpersonen vor allem die Interaktion mit der Klasse und die Beziehungsgestaltung als anspruchsvoll. Zudem stelle der Umgang mit digitalen Technologien die kleinere Herausforderung dar als die Didaktik im Fernunterricht. Viele Lehrpersonen gehen davon aus, dass sich ihr Unterricht nachhaltig verändern wird.

Didaktische Herausforderung und möglicher Innovationsschub
Foto | Markus Spiske on Unsplash
Zur Geschichte der Fachmittelschule (FMS)
Von
  • Raffaella Simona Esposito
  • Regula Julia Leemann
  • Christian Imdorf

Die Fachmittelschule (FMS) hat sich trotz zahlreicher Anfechtungen neben den beiden mächtigen Polen der Berufslehre und dem Gymnasium als drittes nachobligatorisches Bildungsangebot etabliert. Die vorliegende Studie untersucht diesen Transformationsprozess mithilfe der Soziologie der Konventionen. Sie zeigt, dass die FMS Kompromisse eingehen musste, um als Bildungsangebot zu bestehen und mit der Fachmaturität als Zugangsweg zu den Fachhochschulen anerkannt zu werden. Zu diesen Kompromissen gehört die Verstärkung des Berufsbezuges und Arbeitswelterfahrung mittels Berufsfeldern und Praktika ins FMS-Curriculum.

Wie die Fachmittelschule um den Fachhochschulzugang rang
Foto | SBFI
Längst nicht alle Betroffenen erhalten Coachings
Von
  • Anne Sophie Ganz
  • Eva Roeren
  • Janine Wieczorek
  • Sergej Wüthrich

Eine von einhundert Personen leidet an einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS). Im Übergang zwischen Schule und Beruf erleben diese Menschen oft grosse Hürden beim Finden einer Lehrstelle, dem Abschluss einer weiterführenden Schule oder dem Berufseinstieg. Eine frühe Diagnose, der Nachteilsausgleich und gezielte Coachings sind Schlüssel für eine gute Unterstützung der Betroffenen. Aber nicht immer sind diese Voraussetzungen gegeben, wie die hohe Anzahl von beanspruchten Brückenangeboten oder Bildungsabbrüchen zeigt. Das führt oft dazu, dass Menschen mit ASS ihr Potenzial nicht nutzen können.

Herausforderungen von Ausbildung und Beruf für Menschen mit Autismus
Foto | Angello Pro on unsplash
Studie «Sichere berufliche Laufbahnen in Zeiten der Unsicherheit?»
Von
  • Annabelle Hofer
  • Daniel Spurk

Berufliche Laufbahnen haben sich stark verändert, Karrieren innerhalb eines Unternehmens vom Berufseinstieg bis zur Pensionierung werden immer seltener. Das schafft Laufbahnunsicherheiten, die die Zufriedenheit, die körperliche und psychische Gesundheit sowie die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen können. Dies zeigt das vom Nationalfonds (SNF) geförderte Projekt «Sichere berufliche Laufbahnen in Zeiten der Unsicherheit?». Im Rahmen der Untersuchung wurde auch ein für den Einsatz in der Laufbahnberatung geeigneter Fragebogen zur Messung von Laufbahnunsicherheit entwickelt und validiert. Der vorliegende Beitrag zeigt, dass die im Rahmen von mehrereren Studien befragten Personen besonders unsicher in Bezug auf ihren Ruhestand sind.

Unsichere Zeiten – unsichere Karrieren?
Foto | Icons8 Team on unsplash
Leitfaden für die Praxis
Von
  • Guri Medici
  • Ivana Igic

Immer mehr Personen verlassen bereits nach wenigen Jahren ihren ursprünglich erlernten Beruf. Diese berufliche Mobilität stellt die Branchen vor die Herausforderung, gut qualifizierte Arbeitnehmende zu halten und bedarfsorientiert weiterzubilden. Eine Studie der ETH und der Universität Bern untersucht, welche Faktoren zu beruflicher Mobilität beitragen und wie der Abwanderung entgegengewirkt werden kann. Die wichtigsten Ergebnisse sind in einen Leitfaden eingeflossen, der sich mit konkreten Empfehlungen an Arbeitgeberinnen und Führungspersonen wendet.

Wie man Mitarbeitende im Beruf hält
Foto | Sherman Yang on unsplash