Newsletter 3/2018

Studie des EHB über Berufsbildnerinnen und Berufsbildner

Die Berufsbildnerinnen und Berufsbildner sind die Grundpfeiler des dualen Berufsbildungssystems. Eine Studie des EHB hat nun ihre Laufbahnen, ihre Motivation und ihren Alltag untersucht und insbesondere das Spannungsfeld zwischen Produktion und Ausbildung analysiert, in dem sie arbeiten. Sie kommt zum Schluss, dass Berufsbildnerinnen und Berufsbildner nur wenig Anerkennung offizieller (Status, Lohn, Pflichtenheft, zeitliche Entlastung) oder symbolischer Art (Anerkennung ihrer Rolle durch Kollegen oder Vorgesetzte) erhalten. Um den Fortbestand des dualen Berufsbildungssystems zu gewährleisten, sei es aber unabdingbar, ihreTätigkeit aufzuwerten und besser zu anerkennen.

Wichtig, aber oft zu wenig gewürdigt
by Campaign Creators on Unsplash
Warum Lernende der kaufmännischen Branche treu bleiben

Sechs von zehn Lernenden in der kaufmännischen Grundbildung haben kurz vor Lehrabschluss eine Anstellung für die Zeit danach – 85 Prozent von ihnen im Lehrbetrieb. Dies sind zwei quantitative Ergebnisse einer Untersuchung im Rahmen des Leading House Lehr-Lernprozesse im kaufmännischen Bereich (LINCA). Die Studie untersuchte zudem, wie sich Motivation, Zufriedenheit und der Wunsch, der kaufmännischen Branche auch nach der Lehre treu zu bleiben, beeinflussen. Signifikant ist diese Beziehung hauptsächlich zwischen Verbleibsintention und Ausbildungszufriedenheit, die sich gegenseitig beeinflussen. Zudem steigert eine positive Lernmotivation die Ausbildungszufriedenheit.

Soll ich bleiben oder gehen?
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Neues Buch im hep-verlag: Rechtliche Bildung im allgemeinbildenden Unterricht ABU

Die Analyse von ABU-Abschlussprüfungen zeigt, dass im allgemeinbildenden Unterricht rechtliche Themen ungenügend gut vermittelt werden. Rechtliches Konzeptwissen wird noch zu wenig in einem instrumentalen Sinne eingesetzt. Stattdessen ist die Bedeutung des Faktenwissens gross – auch wenn es oft von geringem Nutzen ist. In seiner Dissertation unternimmt Daniel Schmuki, Dozent am EHB, den Versuch, konzeptionelle Grundlagen einer verbesserten rechtlichen Bildung auf der Sekundarstufe II zu legen. Der vorliegende Text stellt eine Zusammenstellung wesentlicher Erkenntnisse dieser Dissertation dar.

Faktenwissen statt Lebenshilfe?
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Dissertation

Ein zweitägiges Training mit anschliessender Supervisionssitzung ermöglicht es, die Grundlagen der Methode des motivierenden Interviews zu erlernen. Dies zeigt Shékina Rochat in ihrer Dissertation, die das Potenzial der Methode des motivierenden Interviews untersuchte. Diese Methode erlaubt es, Menschen, die sich beruflich neu orientieren, eine Ausbildung suchen oder in den Arbeitsmarkt eintreten, so anzuregen, dass sie selbst die Grundlagen für ihre Entscheide zu suchen und zu finden. Den Beitrag in französischer Sprache finden Sie hier.

Wie man motivierende Gespräche führt
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Normative Einstellungen gegenüber der Rolle des Staates beeinflussen die Ausbildungstätigkeit der Betriebe

Die bildungsökonomische Forschung zur Ausbildungsbereitschaft der Betriebe hat bisher fast ausschliesslich auf Motive fokussiert, welche auf finanzielle Abwägungen der Betriebe zurückgehen. Die Ergebnisse einer neuen Studie von Forschern des EHB und der Universität Bern zeigen nun, dass auch nicht-monetären Faktoren einen wesentlichen Einfluss auf die betriebliche Ausbildungsentscheidung haben. Diese Faktoren erklären verschiedene Eigenheiten des Schweizer Berufsbildungssystems, die ansonsten schwer zu verstehen sind.

Wer ausbildet, tut dies auch aus Überzeugung
by Daniel Fleischmann
Neues Buch «Migration und Berufsbildung in der Schweiz»

Wir erleben heute eine kulturelle Vielfalt in Schule, Unterricht und Arbeitsplatz, wie es sie so vorher noch nicht gab. Vor allem in den Berufsfachschulen variieren die Anteile an Migrantinnen und Migranten in einer Klasse stark; sie sind je nach Berufsfeld erheblich. Hier treffen unterschiedliche Einstellungen, Werte, Mentalitäten und Bedürfnisse aufeinander. Vor allem für die Lehrpersonen stellt sich die Frage, wie sie damit umgehen können. Eine mögliche Antwort: Sie sollten bei der Gestaltung der Lehr-Lernumgebung kreativ sein und die kulturelle und sprachliche Vielfalt thematisieren, ohne auf Stereotypen abzustellen.

Unausgeschöpftes Potenzial
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