Newsletter 3/2019

SGAB-EHB-Tagung am 22. November zur geschlechts(un)spezifischen Berufswahl und Karriere

Welche Strategien sind hilfreich, um in der Berufsbildung der Genderfalle zu entkommen? Diese Frage steht im Zentrum einer Tagung am 22. November 2019 am Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) in Zollikofen. Im Rahmen dieser gemeinsamen Tagung der SGAB und des EHB wird die «Geschlechts(un)spezifische Berufswahl und Karriere» aus der Perspektive der Berufspraxis, der Forschung und der Bildungspolitik thematisiert. Mit Best-Practice-Beispielen zeigen Betriebe, Schulen und Organisationen der Arbeitswelt auf, wie sie mit der Genderfrage umgehen. Die Berufswahl ist der entscheidende Faktor, wenn es um die weiteren Karrieremöglichkeiten geht. So sind zum Beispiel unterschiedliche Löhne und Arbeitspensen von Frauen und Männern zu einem grossen Teil durch die gewählten Berufsfelder erklärbar. Anmeldungen und Tagungsdetails finden Sie auf der Website der SGAB.

Raus aus der Genderfalle
Foto | Daniel Fleischmann
Jugendliche im Übergang zwischen Schule und Beruf

Jugendliche im Berufswahlalter sind auf Unterstützung angewiesen. Fehlt sie, erhöht sich das Risiko einer gescheiterten Arbeitsmarktintegration – und es drohen lange spürbare «Vernarbungen». Im Sammelband «Jugendliche im Übergang zwischen Schule und Beruf» gehen acht Autorinnen und Autoren verschiedenen Aspekten von psychischen Belastungen und Ressourcen im Jugendalter nach und öffnen damit die Augen für die besondere Herausforderungen, mit denen viele Jugendliche am Übergang von Schule in den Beruf konfrontiert sind. Im vorliegenden Beitrag gibt die Co-Herausgeberin des Buches, Filomena Sabatella, einen Überblick über die wichtigsten Faktoren, die die Berufswahl von Jugendlichen beeinflussen. Ihr Fazit: Es gilt, alles zu tun, um die Erfahrung der Arbeitslosigkeit zu verhindern oder sehr kurz zu halten und auch Lehrabbrüche vermeiden.

Sensible Jahre nach der Kindheit
Foto | Sandra Molina on Unsplash
Worauf junge Leute achten, wenn sie eine (Lehr-) Stelle wählen

Beim Übergang von der obligatorischen Schule in die Berufsausbildung und dann in den Arbeitsmarkt treffen Jugendliche folgenschwere Entscheidungen. Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit zwei solchen Entscheidungen: der Wahl einer Lehrstelle sowie der Wahl der ersten Arbeitsstelle nach der Lehre. Mit zwei Experimenten zeigen wir, dass die inhaltliche Passung der (Lehr-)Stelle mit der gewünschten beruflichen Spezialisierung das wichtigste Kriterium für die Wahl einer (Lehr-)Stelle ist. Reguläre Arbeitszeiten ohne Wochenend- und Abenddienst sowie die Möglichkeit, nach der Lehre vom Betrieb übernommen zu werden, sind weitere Kriterien. Zudem zeigt sich, dass junge Erwachsene bereit sind, Einbussen im Gehalt ihrer ersten Anstellung hinzunehmen, wenn ihnen ein unbefristeter Vertrag angeboten wird oder das Unternehmen Weiterbildungswünsche unterstützt.

Geld, Sicherheit oder regelmässige Arbeitszeit?
Foto | SBFI
Studie zur Weiterentwicklung der kantonalen Berufs-, Studien- und Laufbahnberatungen

Die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (BSLB) entsprechen nur noch teilweise den Bedürfnissen der Bevölkerung. Dabei versteht sich die BSLB als Service public mit einem vielfältigen Angebot, das allen Bevölkerungsgruppen offenstehen sollte. Diese Aussage macht eine Studie im Auftrag des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI). Sie formuliert auf der Basis eines Experten-Workshops den Handlungsbedarf und Empfehlungen für eine Weiterentwicklung der BSLB. So sei etwa die Organisation der BSLB zu überprüfen: Gewisse Angebote sollten national oder überregional entwickelt und allenfalls auch angeboten werden (Stichworte: Digitalisierung, Chat-Beratungen, Fragenbeantwortung per Mail etc.). Dafür benötigt es eine klare Definition jener Bereiche der BSLB, die künftig national oder kantonal bearbeitet werden.

Die Berufsberatung ist herausgefordert
Foto | SBFI
Die Umsetzung der Integrationsvorlehre

Als Reaktion auf den Flüchtlingsstrom von 2015-2017 hat das Staatssekretariat für Migration (SEM) entschieden, ein neues Ausbildungsprogramm zu lancieren. Die Integrationsvorlehre, kurz INVOL, wurde vom SEM entwickelt, wird aber durch eine beachtliche Anzahl staatlicher und nicht-staatlicher Akteure auf kantonaler Ebene umgesetzt. Neben 18 Kantonen konnten eine Reihe von Organisationen der Arbeitswelt (OdA) und ausbildende Betriebe gewonnen werden. 800 Flüchtlinge traten 2018 eine Integrationsvorlehre an. Die Zusammenarbeit der Akteure bei der Verwirklichung des Programms ist nicht selbstverständlich. Eine Studie nennt vor allem zwei Faktoren für das Gelingen: Die Flexibilität des SEM, auf unterschiedliche Bedürfnisse der Kantone und des SBFI einzugehen, sowie die wegen der Dringlichkeit des Problems gesprochenen Ressourcen.

Erfolgsfaktoren für die Koordination politischer Akteure
Foto | Charles on Unsplash
Zwischen bildungspolitischer Erwünschtheit und den Realitäten des Arbeitsmarktes

Mit dem Berufsbildungsgesetz von 2004 wurde die Validierung von Bildungsleistungen gesetzlich verankert: Artikel 33 sieht zum Nachweis beruflicher Fähigkeiten und Fertigkeiten «andere Qualifikationsverfahren» vor – gemeint sind damit insbesondere Validierungsverfahren. In den vergangenen Jahren wurden einige Verfahren zur Validierung von Bildungsleistungen in der beruflichen Grundbildung entwickelt und durchgeführt. Inzwischen aber hat sich so etwas wie Ratlosigkeit eingestellt: Der erhoffte Effekt der grossflächigen Qualifizierung Ausbildungsloser ist ausgeblieben, und die Frage ist berechtigt, ob wir uns nun am Anfang oder bereits wieder am Ende eines bildungspolitischen Zeitalters befinden, das informelle Lernleistungen vermehrt in den Bildungsprozess einbeziehen möchte. Der vorliegende Beitrag geht dieser Frage auf der Grundlage aktueller Daten zu Validierungsverfahren nach und wagt einen Ausblick.

Validierung am Scheideweg? – Eine Einschätzung
Foto | Kyle Glenn on Unsplash
Wege und Umwege in die nachobligatorische Ausbildung

Einem Grossteil der Schülerinnen und Schüler, die das Zürcher Bildungssystem durchlaufen haben, gelingt der Übertritt in die nachobligatorische Ausbildung reibungslos. Eine signifikante Minderheit, die vor allem aus den Abteilungen B und C kommt, benötigt für den Übertritt aber mehr Zeit und verschiedene Zwischenlösungen. Aus der Sicht der Betroffenen sind neben fehlenden Möglichkeiten, eine Ausbildung zu machen, vor allem eine fehlende berufliche Orientierung die wichtigsten Gründe für eine Verzögerung. Zieht man Leistungsindikatoren heran, dann sieht man, dass bereits die Schulleistungen und Schulnoten am Ende der Primarschulzeit prädiktiv für einen verzögerten Übertritt sind. Diese Erkenntnis der Studie «Von der Schule in den Beruf» ermöglicht es, die Zielgruppe für präventive Massnahmen frühzeitig zu identifizieren.

Warum so viele Jugendliche ein Zwischenjahr benötigen
Foto | Chuttersnap on Unsplash
Wie beeinflusst der Selbststudien-Anteil den Erfolg in Lehrgängen zur Berufsmaturität II?

Ein höherer Anteil Selbststudium in einem Lehrgang zur Berufsmaturität II senkt die Abschlusswahrscheinlichkeit. Dies ergab eine Untersuchung der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETHZ anhand von vergleichenden Daten des AKAD College. Das Ergebnis zeigt, dass ein hoher Anteil Selbststudium mehr Disziplin erfordert, da sich die Studierenden weniger in einem Klassenverband eingebunden fühlen. Lehrganganbieter sollten die Studierenden darum vermehrt unterstützen und Gefässe schaffen, mit den Lehrpersonen und anderen Studierenden zu interagieren. Damit kann die Gefahr eines Isolationsgefühls gemindert werden. Dass sich das lohnen könnte, zeigt ein weiteres Ergebnis der Studie: Ein höheres Mass an Selbststudium führt nicht zu schlechteren Abschlussnoten.

Chancen und Herausforderungen des Selbststudiums
Foto | Daniel Fleischmann
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Edubase – Lernen und Arbeiten mit E-Books
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Die Arbeitswelt – und mit ihr die Berufsbildung – muss sich auf eine Zukunft vorbereiten, die sie noch nicht kennt. Studien gehen davon aus, dass viele Berufe durch die Digitalisierung verschwinden und neue Berufs- und Arbeitsformen entstehen werden. Wie sehen Praktikerinnen und Praktiker die Zukunft ihrer Branche? Was tun die Verantwortlichen aus Industrie, Gewerbe, Gesundheit und Dienstleistungen, um zu bestehen? Und welche Rezepte hat SBFI-Staatssekretärin Martina Hirayama, wenn wir sie mit dem Vordenker Joël Luc Cachelin konfrontieren? Antworten hören, erleben und erarbeiten Sie am OKB-Symposium vom 6.12.2019.

Die Arbeitswelt von morgen mit der Berufsbildung von heute?!
Inserat

Wie lässt sich sicherstellen, dass die Berufsbildung im Modernisierungsprozess sowohl ihren Beitrag zur sozialen Integration als auch ihre Attraktivität für leistungsstarke Jugendliche beibehält? Diese Frage bildet das Thema einer Veranstaltung am Donnerstag, 14. November von 17.15 bis 19 Uhr an der PH Zürich. Gäste sind Nicole Meier, Ressortleiterin Bildung, Schweizerischer Arbeitgeberverband, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik, Travail.Suisse, Martina Hirayama, Staatssekretärin, Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), Silvia Steiner, Bildungsdirektorin des Kantons Zürich. Leitung: René Schneebeli und Markus Maurer, PHZH. Details auf der Website der PH Zürich.

Themenreihe «Berufsbildung 2030»: Die Berufsbildung zwischen Exzellenz- und Integrationsförderung