Zum Geleit

Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis

Was nützt die Berufsbildungsforschung, wenn die Anliegen der Praxis nicht aufgenommen werden? Was nützen relevante Ergebnisse der Forschung, wenn sie nicht in der Berufsbildungspraxis ankommen? Berufsbildungsforschung darf kein Selbstzweck sein. Ihre Erkenntnisse sollten wenn immer möglich in die Praxis einfliessen und umgesetzt werden. Dazu müssen sie in eine verständliche Sprache übersetzt werden. – Ein Editorial der SGAB-Präsidentin, Nationalrätin Martina Munz.

Autor Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis
Von Martina Munz
Martina Munz ist Nationalrätin und Präsidentin der SGAB.

Die Schweizerische Berufsbildung ist aus der Praxis heraus gewachsen. Das ist ihre Stärke. Das erfolgreiche duale Erfolgsmodell muss aber weiterentwickelt werden, damit es den Anforderungen des modernen Wirtschaftsumfeldes gerecht wird. Aus dieser Erkenntnis heraus ist in den letzten zehn Jahren, legitimiert durch auf das neue Berufsbildungsgesetz, die Berufsbildungsforschung entstanden. Zahlreiche Institute an Hochschulen und Fachhochschulen der deutsch- und der französischsprachigen Schweiz engagieren sich in diesem Feld.

Die SGAB will eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis schlagen. Als Gesellschaft für Angewandte Berufsbildungsforschung trägt sie diese Brückenfunktion schon in ihrem Namen.

Was nützen Fragestellungen der Forschung, wenn sie keine relevanten Praxisanliegen aufnehmen und kein Interesse an den Ergebnissen besteht? Die «Leading Houses» müssen mit ihren Arbeiten wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht werden. Dennoch darf Berufsbildungsforschung niemals Selbstzweck sein. Ihre Forschungsergebnisse sollten wenn immer möglich in die Praxis umgesetzt werden können. Dazu müssen sie in eine verständliche Sprache übersetzt und den Stakeholdern zugänglich gemacht werden. Unmissverständlich machte kürzlich der Bericht «Evaluation Berufsbildungsforschung SBFI» darauf aufmerksam, dass die Ergebnisse der Berufsbildungsforschung von den Akteuren in der Berufsbildungspraxis ungenügend genutzt werden. Es wird dringend empfohlen, Massnahmen zu ergreifen, damit wissenschaftliche Erkenntnisse vermehrt in der Praxis Anwendung finden.

Die SGAB will einen Beitrag dazu leisten und eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis schlagen. Als Gesellschaft für Angewandte Berufsbildungsforschung trägt sie diese Brückenfunktion schon in ihrem Namen. Die SGAB ist mit ihren über 180 Mitgliedorganisationen aus allen Bereichen der Berufsbildung wie Behörden, Firmen, Verbände, Schulen und Forschungseinrichtungen dazu prädestiniert. Bereits jetzt organisiert die SGAB jährlich zwei Weiterbildungstagungen. Sie haben den Wissensaustausch und die Netzwerkbildung zwischen der Berufsbildungsforschung und den Akteuren der Berufsbildungspraxis in der beruflichen Grundbildung und der Höheren Berufsbildung zum Ziel.

Mit einem vierteljährlichen Newsletter verstärkt die SGAB ihre Rolle als Brücke zwischen Forschung und Praxis. Er wird von einer professionellen, fachkundigen Redaktion betreut. Der Fokus der Texte liegt bei der Praxisnähe und berücksichtigt die ganze Breite der Themen der Berufsbildung. Die SGAB ist bereit, dafür die nötigen Ressourcen bereitzustellen. Wir freuen uns, wenn wir Ihnen auf diesem Weg wichtige Forschungsergebnisse zugänglich machen können und der Newsletter für Sie schon bald unentbehrlich wird für Ihre Diskussionen im eigenen Netzwerk. Wir laden Sie ein, unsere Arbeit mit konstruktiven Beiträgen und Informationen zu beleben.